Am 25. Juni 2026 haben rund 50 Schüler:innen der HAK/HAS Tulln einen Vormittag lang nicht Unterricht gehabt – sondern mitgeplant. Im Rahmen der Initiative Stadt des Miteinanders hat die Stadt Tulln die junge Generation eingeladen, mitzugestalten, statt nur befragt zu werden. Das Ergebnis: zehn Ideen, drei davon mit besonders viel Zustimmung, und ein paar Erkenntnisse, die für ganz Tulln interessant sind.
Wie der Workshop ablief
Der Bürgermeister eröffnete den Tag persönlich mit einem kurzen Impuls – und war bewusst während der eigentlichen Arbeitsphase nicht im Raum, damit die Jugendlichen frei und ohne Bewertungsdruck arbeiten konnten. In Tischgruppen entwickelten die Schüler:innen anschließend eigene Ideen für ein besseres Miteinander in Tulln, bereiteten dazu kurze „Elevator Pitches“ vor und stellten sie im Plenum vor. Am Ende durften alle abstimmen, welche Ideen sie am meisten begeistern. Zum Abschluss kehrte der Bürgermeister zurück und nahm die Top-Ideen persönlich entgegen – als sichtbares Zeichen, dass daraus wirklich etwas werden soll.
Was die Jugendlichen gesagt haben
Schon zu Beginn gab es ein bemerkenswertes Stimmungsbild: Auf die Frage, ob sie sich im öffentlichen Raum in Tulln wohlfühlen, stellten sich alle Schüler:innen ganz nach vorne – ohne Ausnahme. Genannt wurden dabei vor allem der Nibelungenplatz, der Hauptplatz, die Donaulände und das Aubad.
Aus den zehn entwickelten Ideen ließen sich vier größere Themen erkennen:
- Orte zum einfachen Zusammensein – ohne Konsumzwang, ohne Vereinsmitgliedschaft, einfach da sein dürfen.
- Selbstorganisierte Gemeinschaft – Jugendliche wollen nicht nur konsumieren, sondern mitgestalten, etwa im „SMC Club“ (Schach, Mathe, Calisthenics) ganz ohne Verein oder Hierarchie.
- Qualitätsvolle öffentliche Infrastruktur – etwa ein Kunstrasen auf der Mühlwiese oder ein Calisthenics-Park, als Zeichen echter Wertschätzung.
- Sicheres, leistbares Abendleben – die meistgenannte Einzelidee war ein regelmäßiges Nightlife-Angebot für Jugendliche, ausdrücklich mit einem klaren Sicherheitsrahmen.
Was wir daraus mitnehmen
Die zentrale Erkenntnis: Die Jugendlichen fühlen sich Tulln bereits verbunden – jetzt geht es darum, diese Verbundenheit auf die nächste Stufe zu heben. Sie wollen nicht nur gehört, sondern ernst genommen werden. Deshalb hat sich die Initiative vorgenommen, zeitnah sichtbare Schritte zu setzen: ein Dankschreiben an die Schule, die Weitergabe der Ergebnisse an die zuständigen Stadtausschüsse, Unterstützung für jugendgeführte Ideen. Die weiteren Ergebnisse werden beim Teamtreffen der Stadt des Miteinanders im September besprochen und die Jugendlichen eingeladen weiter mitzuwirken.
Der Workshop zeigt: Wer junge Menschen als Bürger:innen ernst nimmt, bekommt durchdachte, konkrete Antworten – und ein starkes Fundament für ein Tulln, in dem sich alle Generationen zugehörig fühlen.
Konzeption und Moderation: DI (FH) Stefanie JIRGAL (www.loesungsorientiert.at)