2025 war ein Jahr, in dem man das Miteinander an vielen Stellen ganz konkret erleben konnte: beim gemeinsamen Anpacken, beim neugierigen Blick hinter Kulissen, beim mutigen Reden über schwierige Themen – und vor allem dort, wo Menschen einander im Alltag einfach begegnen. Wenn wir auf die letzten Monate zurückschauen, dann zeigt sich ein roter Faden: Aus einzelnen Formaten und Ideen wird Schritt für Schritt eine Kultur, die trägt.
Jahresstart: Mit kleinen Impulsen ins neue Jahr
Gleich zu Jahresbeginn wurde spürbar, wie sehr viele Menschen in Tulln Freude daran haben, sich einzubringen. Der Online-Adventkalender hat genau das sichtbar gemacht: kreative Beiträge, die den Dezember Tag für Tag zu einem gemeinsamen Erlebnis machten – und die gezeigt haben, wie viel Wärme entsteht, wenn viele „kleine Türchen“ zusammen ein großes Ganzes ergeben.
Und auch „Tulln zu Gast“ lief 2025 als bewährtes Nachbarschaftsformat weiter: Menschen kommen zusammen, lernen Orte kennen, die sie sonst selten von innen sehen – und kommen dabei ins Gespräch.
Frühling: Anpacken, zuhören, miteinander reden
Im Frühling wurde das Miteinander besonders praktisch: Beim Tullner Frühjahrsputz am 10. Mai 2025 krempelten rund 25 Engagierte die Ärmel hoch – viele davon Familien – und machten sichtbar, dass Verantwortung für die Stadt im Kleinen beginnt.
Nur wenige Wochen später folgte ein starkes neues Veranstaltungsformat: miteinander sprechen – und zwar dort, wo Meinungen auseinandergehen dürfen. Die Premiere der Tullner Dialoge am 26. Mai 2025 brachte rund 100 Besucher:innen ins Rathaus-Atrium. Der Abend machte deutlich, wie groß das Bedürfnis nach ehrlichem, differenziertem Austausch ist – inklusive konstruktivem Feedback, wie solche Formate künftig noch fokussierter wirken können.
„Tulln zu Gast“ 2025: Neugier verbindet
Gerade „Tulln zu Gast“ hat 2025 gezeigt, wie leicht Begegnung entsteht, wenn man gemeinsam staunt. Ein paar Highlights:
- Star Movie Kino (18. März 2025): ein echter Rekord – 70 Tullnerinnen und Tullner blickten gemeinsam hinter die Kulissen. stadtdesmiteinanders.at
- IFA Tulln (18. Februar 2025): rund 40 Bürger:innen bekamen Einblicke in Forschung, Lebensmittelsicherheit und Biotechnologie. stadtdesmiteinanders.at
- Wasserwerk 1 (Juni 2025): rund 50 Interessierte erfuhren, wie Trinkwasser in Tulln gewonnen und aufbereitet wird – inklusive Blick auf Technik wie UV-Anlagen, Filter, Pumpen und mehr. stadtdesmiteinanders.at
Was diese Nachbarschaftstreffen so besonders macht: Man geht nicht nur mit Informationen nach Hause, sondern mit dem Gefühl, die eigene Stadt besser zu kennen – und darin nicht allein zu sein. Dabei entstehen auch neue Bekanntschaften.
Sommer: Aktivsommer für Alle und der Mut zum Plaudern
Im Sommer wurde es dann richtig bunt: Der Aktivsommer für Alle brachte mit rund 40 Veranstaltungen von Vereinen und Institutionen einen ganzen Reigen an Möglichkeiten, Neues auszuprobieren und sich im eigenen Tempo zu vernetzen – vom Kreativen bis zum Sportlichen. Dass das Programm online bleibt und dadurch flexibel erweiterbar ist, passt perfekt zu diesem offenen Charakter.
Und mitten hinein in die Sommerstimmung platzierte Tulln eine leise, aber starke Idee: August als Plaudermonat. Ohne großen Aufwand – dafür mit einer einfachen Einladung: Jede Bank kann ein Plauderbankerl sein, wenn wir die Offenheit mitbringen, ins Gespräch zu kommen.
Highlight: Die Miteinander-Werkstatt im Oktober
Der stärkste Fokuspunkt des Jahres war für viele die Miteinander-Werkstatt im Oktober – weil hier nicht nur über Miteinander gesprochen wurde, sondern es emotional erlebbar wurde: zusammen etwas lösen, Rollen finden, sich ergänzen, ein großes Ganzes entstehen lassen.
Aus der Werkstatt sind zwei Ebenen von Erkenntnissen besonders hängen geblieben:
Was man beim gemeinsamen Tun unmittelbar spürt (5 praktische Learnings):
- Offenheit & Ausprobieren schaffen Vertrauen und Lernen.
- Zuhören & Abstimmen geben einander Raum – und machen Zusammenarbeit möglich.
- Rollen finden & Stärken nutzen: Jede:r hat etwas Wertvolles beizutragen.
- Vielfalt als Stärke bringt neue Lösungen hervor.
- Gemeinsam Ziele erreichen: Aus vielen kleinen Beiträgen entsteht etwas Großes.
Was das für die Initiative bedeutet (3 zentrale Erkenntnisse aus dem Austausch):
- Das Miteinander ist in Tulln bereits spürbar – bei Festen, am Markt, im Vereinsleben, etc.
- Es gibt Potenzial, noch mehr Menschen zu erreichen – gerade dort, wo jemand (noch) keinen guten Anknüpfungspunkt findet.
- Es braucht Räume und Kommunikation: Orte, an denen Zusammenhalt sichtbar wird (z. B. Plauderbankerln, Gemeinschaftsorte) – und das bewusste Teilen der guten Geschichten.
Der Satz, der den Tag emotional zusammenfasst, kam zum Abschluss vom Bürgermeister:
„Danke, jetzt weiß ich, ich bin nicht alleine – ich habe viele Mitstreiter*innen für das Miteinander.“ So ging es vielen, die an der Veranstaltung teilgenommen hatten.
Ein sichtbares Zeichen: der Leitfaden fürs Miteinander
Im Herbst kam außerdem etwas dazu, das das ganze Jahr wie ein Dach zusammenhält: der aktualisierte „Leitfaden fürs Miteinander“ – 24 Seiten Inspiration, Beispiele, wissenschaftliche Impulse und konkrete Einladungen zum Mitgestalten. Dass dieser Leitfaden an alle Haushalte versendet wurde (und auch online verfügbar ist), ist mehr als Kommunikation: Es ist ein Statement, dass Miteinander in Tulln kein Randthema ist, sondern Teil der gemeinsamen Identität.
Was sich 2025 dadurch entwickelt hat
Wenn wir die vielen Aktivitäten zusammennehmen, dann ist 2025 vor allem eines gelungen: Die Initiative ist noch stärker vom „Projekt“ zur „Plattform“ geworden.
Eine Plattform, die Formate verbindet (z.B. Tulln zu Gast, Dialoge, Aktivsommer), die Miteinander sichtbar macht, die Verantwortung teilt, und die Schritt für Schritt eine Kultur stärkt, in der man sich leichter anspricht, leichter mitmacht – und leichter gemeinsam Lösungen findet.
Ausblick 2026: Mehr Miteinander in die Breite bringen
2026 wollen wir diese Entwicklung gezielt vertiefen – besonders dort, wo noch viel Potenzial schlummert:
- Mehr Zusammenarbeit mit der Jugend: nicht „für“, sondern mit jungen Menschen Räume schaffen, in denen Zugehörigkeit, Beteiligung und Verantwortung wachsen können. (Anknüpfend an das, was die Werkstatt als Potenzial benannt hat.)
- Mehr Präsenz in den Katastralgemeinden: Miteinander soll nicht nur in der Innenstadt spürbar sein, sondern überall dort, wo Menschen in Tulln zuhause sind – mit Formaten, die zu den jeweiligen Orten passen.
Und damit bleibt der Kern derselbe wie 2025: Miteinander passiert nicht „von oben“. Es entsteht dort, wo Menschen sich einladen lassen – und wo sie erleben: Mein Beitrag zählt.